dir auch der Empfindungen wieder bewußt zu werden,welche du damals neben jenen äußern Verhältnissenim Innern hegtest; da betrachtest die Vergangenheitmit den Gefühlen der Gegenwart und Alles was dirdamals die Auestcht umwölkts, ist durch die milderndeZeit weggewischt. Urtheile selbst vb ich wahr rede!"Damit hauchte der Weise auf den Sviegel, und batArasmanes wieder hineinznschauen. Er sah dieselbenScene», aber der täuschende Reitz war davon ge-wichen. Er war wieder Knabe, aber mit Unruheund Angst und tausend kleinen Sorgen auf demHerzen, er war wierer mit Azraaf in der Höble,aber insgeheim mißmuthig über die ermüdende Ein-förmigkeir seines Leben; bei allen diesen Lebenslagen,die er jetzt für die glücklichste» hi-lt, merkte er, daßer nicht die Gegenwart genossen hatte; er hattevorwärts in die Zukunft geschaut, »nd der Traumvon dem unerreichbaren Eden war in seinem Herzen.,,Ach," sagte er, den Spiegel in Stücke zerschmet-ternd, „ich war im Irrthmn und du o Weiser! hastmir die Lust an der Vergangenheit zerstört!"
Achtzehntes Kapitel.
Arasmanes vergaß nie den flüchtigen Blick, dener auf jenem frechen Kriegszug in das Land Edenhineiugethan hatte; und jetzt da die Erinnerung fürihn ihren Neitz verloren hatte, kehrte der Wunschdas unrrsberke Land noch zu erreichen mächtiger alsje in sein« Seele zurück. Er befragte den Weisenüber die Möglichkeit.
,,Du kannst nur noch Einen Versuch machen,"antwortete der Weise, „und darin kann ich dirkeinen Beistand leisten; aber Einer, der, weun ichweggegangeu, dich besuchen wird, soll dir seine Hülfeleihen."