Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
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einer Frau von ausnehmender Schönheit, aber mit einemkecken und wilden Ausdruck; und ihr Gesicht war, wie sieredete, belebt von den Leidenschaften einer heftigen, halbwilden Natur.

„Engländer!" sagte die Frau, „hütet Euch! Ihrwißt, daß auf der Flucht oder auf dem Platz des Todes,ich Allem trotzen würde, um an Eurer Seite zu sehn —Zhr wißt das! Sprecht!"

„Gut, Fillide; zweifelte ich je an Eurer Treue?"

„Daran zweifeln könnt'Ihr nicht; errathen könntZhr sie. Zhr sagt mir, Ihr müsset auf der Flucht nochJemand außer mir zur Begleitung haben, und, zwar «ineFrau. Das soll nicht sehn!"

„Soll nicht!"

„Es soll nicht sehn!" wiederholte Fillide fest, undkreuzte die Arme über der Brust; ehe Glhndon antwortenkonnte, hörte man ein leises Pochen an der Thüre, undNicot drückte die Klinke auf und trat ein.

Fillide sank in ihren Stuhl zurück, stützte ihr Ge-sicht aus die Hände, und schien den neuen Ankömmlingund das nun folgende Gespräch nicht zu beachten.

„Ich kann Dir nicht guten Tag bieten, Glhndon,"sagte Nicot, indem er in seiner Sanscülottenart auf denKünstler zuging, seinen zerlumpten Hut auf dem Kopf,die Hände in den Taschen, und einen seit einer Wochenicht geschorenen Bart um's Kinn, — „ich kann Dir nichtguten Tag bieten, denn so lange der Tyrann lebt, ist jedeSonne leidig, die ihre Strahlen über Frankreich ergießt."