Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
106
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feinertem und zartem Geschmack, einfach und ehrlich bin; bedenkt das, und bewundert mich!"

An den Wänden dieses Zimmers hingen viele Por-traits, von welchen -die meisten nur Ein Gestcht darstell-ten ; ans den stattlichen Piedestals standen viele Büsten,meist nach Einem Kopfe gemeißelt. In diesem kleinen Ge-mach saß der Egoismus oben an und Machte die Künstezu seinen Spiegeln. Aufrecht saß in einem Stuhl, voreinem großen, mit Briefen bedeckten Tisch, das Originalder Büsten und Gemälde, der Eigentümer des Gema-ches. Er war allein, und doch saß er aufrecht, förmlich,steif, abgemessen, als wage er nicht einmal in seinemHause es fich bequem zu machen. Seine Kleidung standin Uebercinstimmung mit seiner Haltung und seinem Zim-mer, fie trug eine ganz eigentümliche Sauberkeit undZierlichkeit zur Schau gleich weit entfernt von denkostbaren Moden der entsetzten Edelleute, als von derschmutzigen Rohheit der Sanscülotten. Er war gekräu-selt und eoilke, nicht ein Haar war aus seiner Ordnung,kein Stäubchen lag auf dem glänzenden blauen Rock,keine Falte entstellte die schneeweiße Weste, mit ihremblaßrothen Unterfutter. Auf den ersten Blick sah man indiesem Gesicht vielleicht nur die ungünstigen Züge einerkränklichen Mannes. Auf einen zweiten Blick entdeckteman vielleicht, daß es doch eine eigentümliche Kraft undCharakter ausdrückte. Die Stirne, zwar nieder und zu-sammengedrückt, war nicht ohne jenen Ausdruck vonDenkkraft und Intelligenz, den, wie hier bemerkt werden