Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
97
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zu mir aus jedem Schatten, von jedem Stern. Hier, amFenster drückte sich zuletzt Dein Mund auf den meinigen,hier, hier auf dieser Schwelle kehrtest Du Dich noch ein-mal um, und Dein Lächeln sprach Dein so zuversichtlichesVertrauen zu mir aus! Zanoni! Gatte! Ich willbleiben! Ich kann nicht von Dir scheiden! Nein, nein!Ich will in das Zimmer gehen, wo Deine theure Stimmemit ihrer sanften Musik die Qual der Wehen linderte! wo,hörbar durch die schaurige Nacht, sie zuerst mir ins Ohrflüsterte: 'Viola, du bist Mutter!' Mutter! ja, ichstehe auf vom Knieen ich b in Mutter! Sie kommen!Ich bin fest, lebe wohl!"

Ja! so plötzlich» so grausam, sey es im Wahnsinneines blinden, keiner Ueberlegung fähigen Aberglaubens,oder mit der Entschlossenheit der aus dem Pflichtgefühlentspringenden Ueberzeugung, verließ das Wesen, umdessen willen er so viel Macht und Herrlichkeit geopferthatte, Zanoni. Diese nie vorhergesehenc, nie vermutheteFlucht der Geliebten war doch nur ein Loos, wie 'es ge-wöhnlich diejenigen trifft, welche den Geist über die Erdeemporheben, und doch das Herz in ihr hegen und bewah-ren möchten. Unwissenheit wird immer und immer vorder Einsicht scheu zurückbeben. Aber nie schloß sich nochaus edleren und reineren Beweggründen der Selbstauf-opferung menschliche Liebe an einen Andern an, als auswelchen jetzt das fliehende Weib den Abwesenden verließ.Denn mit Recht hatte sie geschrieben, nicht die treulose

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