Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
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Und jetzt, als Glyndon und Viola sich wieder sahen,erwachten die damals besprochenen bangen Ahnungen derKindheit wieder aus ihrem Zauberschlafe. Sie fühlte eineSympathie mit Glyndons Angst, gegen welche ihre Ver-nunft und ihre Liebe vergebens kämpften. Und doch, wennsie ihre Blicke auf ihr Kind richtete, schaute es sie immermit einem so festen, ernsten Auge an, und seine Lippenbewegten sich, als wollte es zu ihr sprechen aber keinTon kam aus seinem Mundt. Das Kind wollte nichtschlafen. So oft sie sein Gesichtchen ansah, immer die-selben wachsamen, beobachtenden Augen! und in ihremErnste lag etwas Schmerzliches, Vorwurfsvolles, Ankla-gendes. Sie machten sie erbeben; wenn sie sie ansah. Un-fähig, allein diese plötzliche, völlige Umkehrung allerGefühle zu ertragen, die bisher ihr Leben ausgemachthatten, faßte sie einen für ihr Land und ihren Glaubenganz natürlichen Entschluß; ^ie schickte nach dem Priester,der sie in Venedig gewöhnlich besucht hatte, und ihm beich-tete sie, mit leidenschaftlichem Schluchzen und heftigerAngst, die Zweifel, die auf sie einstürmten. Der gutePater, ein würdiger und frommer Mann, aber von wenigBildung und noch weniger Verstand, der (wie Viele vonden untern Elasten in Jtalien noch heutzutage) selbst einenDichter für eine Art Zauberer hielt, schien ihrem Herzendie Thore der Hoffnung ga,nz zu schließen. Seine Vorstel-lungen waren dringend; denn sein Abscheu war ungeheu-chelt. Er vereinigte seine flehentlichen Bitten mit denenGlyndonS, zu fliehen, wenn sie auch nur den leisesten