„Euer letzter Brief erwähnte des reichen und ge-heimnisvollen Fremden — des Zanoni. Ist er noch inVenedig?"
„Ich höre, daß er heute Morgen abgereist ist; aberseine Frau ist noch hier."
„Seine Frau — das ist gut."
„Was wißt Ihr von ihm? Meint Ihr, er würdesich uns anschließen? Sein Reichthum würde —"
„Sein Haus, seine Adresse — schnell!" unterbrachihn der Mann.
„Der p.-rluLro <li-, am großen Kanal."
„Ich danke Euch. Um neun Uhr treffen wir uns."
Der Mann eilte fort durch die Straße, aus der erhcrvorgekommen war; und als er an dem Hause vorbeikam, wo er sein Quartier genommen (er war in der Nachtzuvor in Venedig angekommen), ergriff eine Frau, dieunter der Thüre stand, seinen Arm.
„Monsieur," sagte sie, französisch, „ich habe EureRückkehr abgewartet. Versteht Ihr mich? Ich will Allemtrotzen, Alles wagen, um mit Euch nach Frankreich zurück-zukehren— um im Leben und tm Tod meinem Gatten zurSeite zu stehen."
„Oito^emie, ich versprach Eurem Gatten, daß ich,falls dieß Eure Wahl sey, mein eigenes Leben daran setzenwürde. Euch behülsiich zu sehn. Aber bedenkt es noch ein-mal! Euer Gatte gehört zu der Faktion, welche Robes-pierre sich schon ins Auge gefaßt hat; er kann nicht fliehen.Ganz Frankreich ist^ein Gefängniß für die Verdächtigen