Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
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wähnen, schon das Licht des Geistes entzündet zu sehen,obgleich es noch keine Sprache gefunden. Schon schien esseine Eltern zu erkennen; schon streckte es die Aermchenaus, wenn sich Zanoni über das Bett hinbeugte, worines athmete und blühte die Blumenknospe! Und vondiesem Bett entfernte er sich selten; es anschaucnd mitseinen heitern, entzückten Augen, schien seine Seele diedes Kindes mit sich zu nähren. Bei Nacht und bei völli-ger Dunkelheit blieb er immer da; und ofd hörte ihnViola darüber Etwas murmeln, wenn sie in halbemSchlafe da lag. Aber was er murmelte, war in einer ihrfremden Sprache; und manchmal, wenn sie es hörte, fürch-tete sie sich, undunbestimmte, abergläubische Vorstellungenkehrten wieder in ihrer Seele ein der Aberglauben derfrüheren Zugend. Eine Mutter fürchtet Alles für ihrNeugeborenes, sogar die Götter. Die Sterblichen kreisch-ten laut auf in den alten Tagen, als sie die große Deme-ter bemüht sahen, ihr Kind unsterblich zu machen!

AberZanoni, versunken in die erhabenen Plane, welchedie menschliche Liebe beseelten, deren Gefühl jetzt in ihmerwacht war, vergaß Alles, Alles sogar, was er gewagtund verwirkt hatte, in seiner ihn verblendenden Liebe.

Aber das dunkle gestaltlose Wesen, obgleich er esweder anrief noch sah, kroch oft, oft um ihn herum; undoft saß es neben dem Lager des Kindes mit seinen häßli-chen Augen.