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der Kunst begaben, sie zn retten — ich kann Dir dasMittel der Heilung in die Hand geben!"
„Für Beide? für Kind und Mutter —° für Beide ?"
„Für Beide!"
Ein Krampf machte die Glieder des Sehers beben —ein mächtiger Krampf schüttelte ihn wie ein Kind; dieMenschheit und die drängende Stunde siegen über denwiderstrebenden Geist.
„Ich ergebe mich ! Mutter ünd Kind — rette Beide!"
Zm dunklen Zimmer lag Viola, in der Todesangstder heftigsten Wehen; das Leben schien sich zu verzehrenin dem Stöhnen und Schreien, das mitten inr Wahnsinnden Schmerz verrieth, und unter Stöhnen und Schreienrief sie immer nach Zanoni, ihrem Geliebten. Der Arztsah nach der Uhr; es pochte immer fort, dieß Herz derZeit, regelmäßig und langsam — dieß Herz, das niemitgefühlt hat. mit dem Leben, nie still gestanden ist beimTod! „Das Schreien wird schwächer," sagte der Arzt;„in zehn Minuten wird Alles vorüber seyn!"
Thor! die Minuten lachen Deiner; eben jetzt lächeltdie Natur, wie ein blauer Himmel durch einen halbzer-störten Tempel, durch den gequälten Körper. Der Athemwird ruhiger und leiser — die Stimme des Deliriumsverstummt — ein süßer Traum ist über Viola gekommen.Ist es ein Traum, oder ist es die Seele, die steht? Sieglaubt plötzlich bei Zanoni zu seyn, ihr brennendes Hauptan seine Brust zu legen; ihr ist, wie er sie anschaut, alsob seine Augen die Martern verscheuchen, die an ihr