Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
51
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Bitter bereute er sein Bekenntnis! bitter fühlte er, daßzwischen seinen Leiden und,menschlicher Sympathie keinezärtliche und heilige Gemeinschaft bestehen könne; um-sonst suchte er zurückzunehmen das Geschehene unge-schehen zu machen Alles für Chimären eines über-mäßig erhitzten Gehirnes zu erklären.

Und muthig und edelherzig war diese Selbstverläug-nung; denn oft, oft, wenn er in diesem Sinne sprach,sah er das furchtbare Wesen neben ihr schweben, und ihnanglotzen, während er dessen Existenz läugncte. Aber wasihn, wo möglich, noch mehr ängstigte und betrübte / alsihre hinschwindende Gestalt und ihre bebenden Nerven,war die Veränderung in ihrer Liebe zu ihm; eine instinkt-artige Scheue war an ihre Stelle getreten. Sie wurdeblässer, wenn er sich ihr näherte sie schauderte, wenner ihre Hand faßte. Von der übrigen Welt geschieden,gähnte jetzt die Kluft der abscheulichen Erinnerung zwi-schen seiner Schwester und ihm. Er konnte nicht mehr dieGegenwart der Einen ertragen, deren Leben durch dasseinige verbittert worden war. Er brachte einige ent-schuldigende Vorwände für seine Abreise vor, und sahmit einem vernichtenden Gefühle, daß sie mit lebhafterZufriedenheit ausgenommen wurden. Den ersten Strahlvon Freude, den er seit jener verhängnißvollen Nacht aufAdela'S Antlitz entdeckt hatte, sah er, als er flüsterte:Lebewohl!" Er reiste einige Wochen durch die wildestenGegenden Schottlands; Scenen, welche zum Künstlermachen sollten, waren ohne Reiz für seine hohlen Augen.