34
ter; kaust sie zum wohlfeilste» Preise, und »erkauft siezum theuerstcn. Habt Ihr noch nicht gefrühstückt?"
Die Freunde gingen durch die Straßen spazieren,und Mervale bebte zurück vor der Ironie, womit Glyn-don ihm Complimente machte über seine Achtbarkeit, seineStellung, seine Bestrebungen, seine glückliche Ehe, undseine acht Gemälde in ihren schonen Nahmen. Früherhatte der nüchterne Mervale einen beherrschenden Einflußauf seinen Freund ausgeübt; auf seiner Seite war derSarkasmus gewesen, auf GlyndonS Seite die unentschlos-sene Beschämung wegen seiner Sonderbarkeiten. Jetzt wardas Verhältniß umgekehrt. Es lag ein trotziger Ernst inGlyndonS verwandelter Gemüthsstimmung, welcher denruhig alltäglichen Charakter seines Freundes cinschnchterteund zum Schweigen brachte. Er schien eine boshafte Freudedaran zu haben, ihn zu überzeugen, daß sein nüchternesWeltleben verächtlich und gemein sey.
„Ach !" rief er aus, „wie Recht hattet Ihr, daß Ihrmirriethet, achtbarzu heirathcn: mir eine solide Stellungzu verschaffen; in anständiger Furcht vor der Welt undmeinem Weibe zu leben; und den Neid der Armen, diegute Meinung der Reichen zu erwecken! Ihr habt ausge-führt , was Ihr predigt. Köstliches Daseyn! Das -Kaus-mannspnlt und dis Gardinenpredigt! Ha! ha! wollen wirwieder so eine Nacht feiern?"
Mervale, verlegen und gereizt, lenste das Gesprächauf GlyndonS Angelegenheiten. Er war überrascht überdie Weltkenntnis, welche der Künstler sich plötzlich erwor-