29
der glatten Umrisse der glücklichen Jugend getreten. Stattdes sonst sanften und geglätteten Benehmens zeigte erjetzt eine gewisse Rücksichtslosigkeit in Miene, Ton undHaltung, welche die Gewohnheiten einer Gesellschaft ver-rieth, wo man wenig um deu ruhigen Anstand konventio-neller Leichtigkeit sich kümmerte. Doch bczeichnete eineArt von keckem.und rauhem Adel, den man vorher nichtbei ihm bemerkte, seine Erscheinung, und verlieh derFreiheit seiner Sprache und Geberden eine gewisse Würde.
„Also Ihr habt Euch jetzt häuslich niedergelassen,Mervale — ich brauche Euch nicht zu fragen, ob Ihrglücklich seyd. Innerer Werth, Verstand, Vermögen,Charakter, und eine so schöne Lebensgefährtin verdienenGlück und gebieten über es."
„Beliebt Euch Thec, Mr. Glyndon?" fragte MrS.Mervale freundlich.
„Dank Euch — nein. Ich schlage meinem altenFreunde einen belebenderen Trunk vor. Wein, Mervale,Wein, he? oder eine Bowle altenglischen Punsch! Eure'Gattin wird uns entschuldigen — wir wollen die Nachtdabei sitzen bleiben."
MrS. Mervale rückte ihren Stuhl zurück, und gabsich Mühe, ihr Entsetzen nicht in ihrer Miene zu ver-rathen. Glyndon ließ seinem Freund keine Zeit zurAntwort. '
„So bin ich endlich in England," sagte er, sich imZimmer umsehend, mit einem leichten höhnischen LächelnVulwer'S Romane. X6IX. 5