Zweiundzwanzigstes Kapitel.
Aus dem Schooße der Nacht entsproßt«: der Tazund der Aether.
Hesiod.
Die Sonne des Mai's schien heiter über die fried-liche Vorstadt H-. Auf den Straßen herrschte beweg-
tes Leben. Es war Mittag — die Stunde wo der Handelbelebt, die Straßen voll sind. Der alte Gewerbsmann, dersich zur Ruhe gesetzt, aufmerksam den dahinrollenden, oftLnne haltenden Omnibus betrachtend, athmete die frische-würzige Lust in der breitesten und belebtesten Straße, woman in der Ferne die Thurmspitzen der Hauptstadt sicherheben sah. Der aus der Schule entlassene Knabe eilteheim zum Essen, seine Tasche auf dem Rücken; die BÄ-ladensängerin ließ ihr unmelodisches Gestöhne durch dieobskureren Gaffen ertönen, wo der Bäckerjunge, mit Pud-dings auf seinem Speisebrett, und die geputzte Dienstmagd,die nach Porter ausgeschickt war, lauschend stehen blieben.Und um die Läden herum, wo wohlfeile Shawls und Kat-tune das weibliche Auge lockten, hielt manches verzöger-liche Mädchen ihre ungeduldige Mutter hin, und äugeltenach den Preiszetteln, und berechnete ihre mit saurerMühe gewonnenen Ersparnisse für den Sonntagsstaat.Und in den Straßenecken dampften die wandernden Küchender Pastetenbäcker, und erhob sich der gellende Ruf: „Ganzheiß! ganz heiß!" vordem Ohre hungriger und zerlumpter