was Ihr bereits ahnen müßt— ja, ich muß gestehen,sogar die alte Dienerin hat gewagt, mir davon zu sprechen.Ihr habt dem armen Mädchen Gesühle eingeflößt, dieihrem Frieden Gefahr drohen!"
„Ha!" riefPhilipp mit solcher Freude, daß Liancourtdie Stirne runzelte und sagte: „Bisher habe ich Euch fürzu ehrenhaft gehalten, um —"
„Ihr glaubt also, sie liebe mich ?" unterbrach ihnPhilipp.
„Ja; und was dann? Ihr, der Erbe von Beaufort-Court — von einer Rente von jährlich 20,000 Pf. — voneinem historischen Namen — Ihr könnt doch nicht diesarme Mädchen heirathen?"
„Nun, ich will mir überlegen, was Ihr sagt; und injedem Fall will ich das Haus verlassen, um den Ausgangdes Prozesses zu erwarten. Sprechen wir jetzt nicht weitervon der Sache."
Philipp hatte Scharfblick genug um zu bemerken,daß Liancourt, der sehr gerührt und ergriffen war von derSchönheit, Unschuld und der schutzlosen Lage Fannys, sichnicht begnügt hatte, ihn zu warnen; daß er mit der ihmeigentümlichen wohlmeinenden Derbheit, und mit dereinem Mann von vorgerückteren Jahren zustehendcn Frei-heit, mit Fanny selbst gesprochen hatte; denn Fanny schienihn jetzt zu meiden; ihre Augen waren schwer, ihr Be-nehmen verlegen. Er sah diese Veränderung, aber siebetrübte ihn nicht; er freute sich der Vorbedeutungen, dieer daraus ableitete.