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zartere und innigere Gefühle zu schmelzen. Er konntesich nicht mehr mit einem nichtigen und gebieterischenGlauben täuschen, essey ein lückenhafter, unvollkommenerGeist, den sein Herz in Schutz genommen; er begannwieder empfänglich zu werden für die seltene Schönheitdieses zarten Angesichts — noch lieblicher vielleicht durchdie Bläffe, die an die Stelle der srühern Blüthe getretenWar. Die Neigung, die er früher so gebieterisch unter-drückt, eh' er Camilla gesehen, kehrte wieder, und wederStolz noch Ehre hatten jetzt das Recht, die sanften Flü-gel zu verscheuchen. Eines Abends, als er sich alleinwähnte, versank er in tiefe Träumerei; er erwachte dar-aus mit einem raschen Auffahren, und dem Ausruf: „Wares wahre Liebe, was ich für Camilla fühlte, oder Leiden-schaft, Wahnsinn, Täuschung?"
Sein Ausruf ward beantwortet mit einem Laut, derFreude und Schmerz zugleich zu verrathen schien. Er sahauf, und erblickte Fanny vor sich; daS Licht des eben auf-gegangenen Mondes fiel voll auf ihre Gestalt; aber siehielt die gefalteten Hände vors Gesicht — er hörte sieschluchzen.
„Fanny! liebe Fanny!" rief er, und suchte sich vomSopha herab ihr zu Füßen zu werfen. Aber sie zog sichzurück und floh aus dem Zimmer wie ein Traum.
Philipp stand auf, und wandelte zum erstenmal seitfeiner Krankheit, doch mit schwachen Schritte», im Zim-mer auf und ab — mit wie ganz andern Gefühlen, als woer das letztem«!, in heftigster, unerträglicher Qual, diesen