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einen Strom großherziger Sympathie und Neue sich auf-lösen fühlte. Er warf sich an die Brust, vor der er zuvorzurückgebebt, und rief:
„Bruder! Bruder! vergib mir! Ich sehe, welchesUnrecht ich Dir gethan. Wenn sie mich vergessen hat, wennsie Dich liebt — nimm sie und sey glücklich!"
Philipp ecwiederte seine Umarmung aber ohne Wärme,und trat dann weg; von Neuem durchschritt er in großerAufregung das Zimmer. Nur sein Bruder vernahm ver-einzelte Ausrufungen, die ihm unbewußt zu entfallen schie-nen: „Man sagte mir, sie liebe mich! der Himmel gebemir Stärke! — Mutter! Mutter! laß mich mein Gelübdeerfüllen! — Oh, daß ich vor diesem gestorben wäre!" Erblieb endlich stehen, und große Schweißtropfen rannen ihmdie Stirne herunter.
„Sidney!" sagte er, „hier ist ein Geheimniß, das ichnicht verstehe. Aber mein Gemüth ist jetzt sehr verwirrt.Wenn sie Dich liebt — wenn! Ist es für ein Weib mög-lich, Zwei zu lieben? — Gut, gut, ich gehe, das Räthselzu lösen. Warte hier!"
Er verschwand in das nächste Zimmer, und beinaheeine halbe Stunde blieb Sidney allein. Er hörte durchdie Wand flüsternde Stimmen; er unterschied deutlicherden Ton von Camilla'S Schluchzen. Die einzelnen Um-stände dieser Besprechung zwischen Philipp und Camilla,die zuerst allein waren, (später wurde Mr. Robert Beau-fort auch zugelaffen,) enthüllte Philipp nie, auch konnteSidney selbst nie einen klaren Bericht von Camilla erlangen,