anstoßenden Zimmer ins Herz schnitt wie der Schrei einerverzweifelnden Seele. Sie sahen einander an, aber Keineshatte den Mnth, die Besprechung zn stören.
Sidney selbst war über diesen Ton entsetzt. Er warfsich auf einen Stuhl, und überwältigt von ihm so neuenLeidenschaften — von so seltsamer Aufregung — verhüllteer sein Angesicht und schluchzte wie ein Kind.
Philipp schritt einige Augenblicke hastig im Zimmerauf und ab; endlich blieb er Sidney gegenüber stehen,und sagte mit der tiefen Kälte eines verkannten und miß-handelten Gcmüths.
„Sidney Beaufort, höre mich! Als meine Mutterstarb, vertraute sie Dich meiner Sorge, meiner Liebe, mei-nem Schutz an. — In den letzten Zeilen, die ihre Handniederschrieb, bat sie mich, weniger an mich zu denken, alsan Dich — Dir ein Vater, nicht blos ein Bruder zn seyn.In der Stunde, wo ich diesen Brief las, fiel ich auf meineKniee, und gelobte, diese Aufgabe zn erfüllen — mich selbstaufznopfern, wenn ich Dir Vermögen oder Glück verschaffenkönnte, lind dies nicht blos Deinetwillen, Sidney! nein!sondern weil meine Mutter — unsre mißhandelte, unsreverläumdete, mit gebrochnem Herzen gestorbene Mutter —OStdney, Sidney, hastDu nicht auchThränen für sie?"'— er fuhr sich einen Augenblick mit der Hand über dieAugen und fuhr dann fort: „sondern weil unsre Mutter,in diesem letzten Briefe mir sagte: „laß meine Liebe fürihn in Deine Brust übergehen," darum, Sidney, darumwähnte ich bei Allem, was ich für Dich thun konnte, meiner