Schritt für Schritt, weiter — die Augen auf dies schöneAntlitz geheftet — mit murmelnden Lippen — bis dieThüre sich hinter ihnen Beiden schloß, und sie den Augender drei Zurückgebliebenen entzog; und mit welchen Ah-nungen, Vermuthungen und Befürchtungen diese zurück-blieben, kann sich der Leser eher vorstellen, als ich be-schreiben.
Philipp führte seinen Nebenbuhler in das anstoßendeZimmer. ES war erleuchtet nur von einer kleinen Stu-dirlampe, und von der Hellen, stetigen Glut des Feuers;und bei diesem Licht starrten Beide einander, wie von einemZauber gefesselt, fortwährend in völligem Schweigen an.Endlich siel Philipp, von einem unwiderstehlichen Gefühlergriffen, Sidney an die Brust, drückte ihn mit krampfhaf-ter Heftigkeit an sich, und keuchte:
„Sidney! Sidney! — Meiner Mutter Sohn!"
„Was!" rief Sidney, gegen seine Umarmung sichsträubend und endlich sich befreiend; „Ihr also seyd es!Ihr — mein eigner Brnder! Ihr — der bisher der Dornauf meinem Pfade — die Wolke in meinem Schicksal ge-wesen! Ihr, — der jetzt gekommen, mich auf Lebenszeitelend zu machen! Ich liebe dies Weib, und Ihr reißt sievon mir! Ihr — der Ihr mich als Kind schon Mühsalenausgesetzt, und, ohne die Vorsehung, vielleicht mich alsZüngling durch Euer Beispiel zu Schande und Verbrechenentwürdigt hättet!"
„Halt ein! halt ein!" schrie Philipp mit einer inder Todesqual so gellenden Stimme, daß sie Allen im