künftigen Schwiegersohn. Aber in dem Antlitz von diesemzeigte sich Nichts von Zorn und Stolz. Philipp war anf-gestandcn, aber sein Körper war vorgebeugt — seineKniee schlugen einander — sein Mund stand offen — feineAugen starrten ans das Gesicht des Knteenden hin.
Plötzlich stand Camilla, ihres Vaters Furcht thei-lend, selbst halb auf, streckte mit unbewußtem Pathos dieeine Hand, wie zum Schuh, über Sidneys Haupt, undsah Philipp an. Sidneys Auge folgte dem ihrigen. Ersprang auf.
„Wie, also ist es wahr? Und das ist der Mann,dessen willen ich bin ausgegeben worden? Aber wenn nichtIhr — Ihr — mit Eurem eignen Munde — mir sagt,daß Ihr mich nicht mehr liebt — daß Ihr einen Andernmehr liebt — trete ich Euch nicht ab, als mit meinemLebe»!"
Er ging finster und ungestüm aufPhilipp zu, der zu-rückwich, als sein Nebenbuhler sich ihm näherte. Die Cha-raktere der Leiden Männer waren plötzlich wie ansge-tauscht. Der schüchterne Träumer schien sich z»m furcht-losen Soldaten ermannt zu haben. Ter Soldat schien zn-rückzubeben — zu zagen — i» namenloser Angst. Sidncyfaßte diesen starken Arm, während Philipp noch immerznrückwich, mit seinen schlanken, zarten Fingern —er faßteihn heftig und drohend an; und finster in das Gesichtschauend, aus welchem das dunkle Blut verscheucht wgr,flüsterte er in hohlem Tone:
„ Hört Ihr mich? Versteht Ihr mich? Ich sage, sie