13
dem Wagenfenster streckend; „so thut denn, wie ich Euchgesagt. Nicht vor die vordere Thüre — vor mein Arbeits-zimmer."
Nach zwei Minuten machte der Wagen wieder Haltvor einem Gebäude, welches weiß und geisterhaft durchden Nebel schaute. Der Kutscher stieg ab — öffnete miteinem Schnalienschlüffel eine Fensterthüre — trat einenAugenblick hinein, um die Lichter in einem einsamen Zim-mer an einem Feuer anzuzünden, das ans dem Herde loderte— erschien wieder und öffnete den Wagenschlag. Miteiner Schwierigkeit, ans die ste schwerlich gefaßt waren,brachten ste Fanny aus dem Wagen heraus. Keine sanf-ten Worte — keine ihr ins Ohr geflüsterten Bitten vor-mochten sie heraus zu locken; und mit nicht geringer Ge-wandtheit — denn ihr Begleiter suchte fich so zart undschonend zu benehmen, als nur immer die Nothwendigkeit,Gewalt zu brauchen, gestattete — machte er ihre Händelos von den Fensterrahmen — der Fütterung — den Kiffen,woran sie sich fest klammerte, um sie endlich ins Hans zutragen. Der Kutscher schloß, als er sich entfernte, wiederdas Fenster, und sie waren allein. Jetzt warf Fanny, halbbewußtlos einen wilden Blick aus das Gemach. Es warklein und einfach eingerichtet. Ihr gegenüber stand einaltmodischer Schreibtisch, worüber das Portrait einerFrau in der Blüthe des Lebens hing — ein Angesicht soschön, eine Stirne so ansrichtig, ein Auge sorein, einMund so lächelnd in Jugend und Freude, daß Fanny sichgetröstet fühlte, daß ihr war, als ob sie eine lebendige