Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
110
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meinen einzigen Trost hinznschlüpfen. Ach! bevor ichan das Ende komme, kann ich durch Thräne» nichtmehr sehen; denn meine so innige, so lebensvolle Liebezu Dir scheint bei jeder Zeile zu erstarren. Dann sinkeich ermattet hin und wünsche zn sterben. O Gott, wenndie Zeit bereits gekommen wäre, die ich stets so sehrfürchtete — wenn Du mich nicht mehr liebtest! Undwie verständig ist solche Furcht! Denn was bin ichDir? Wie oft klagst Du, daß ich Dich nicht verstehe

— wie oft äußerst Du, daß in Deiner Natur so Vielessetz, was zu erlernen ich unfähig —unwürdig bin! Istdiesem so, wie natürlich ist es da zu fürchten, Du wäg-test Andere finden, von denen Du Dir cinbildest, daßsie mehr mit Dir übereinstimmen; und muß dann Fern-seyn von mir Dich nicht noch lebhafter an meine Un-vollkommenheiten erinnern?"

„Dennoch ist mir, als hätte ich klar in Deiner Seelegelesen; mich dünkt, meine Liebe, die stets Dir folgt,stets Dich erkundet, stets Deine Wünsche erforscht, müssekn jedes Gchcimniß Deines Herzens cingedrungen sehn;nur daß es mir an Worten fehlt mein Gefühl auSzu-drücken, und Du legst mir dann Mangel an Gefühl zurLast! Ich weiß wie unnnterrichtet, wie einfältig ichDir erscheinen muß, und bisweilen — zeithcr sehr oft,

— mach' ich mir Vorwürfe, daß ich nicht emsiger be-müht war mich dazu tüchtig zn machen, Dir eine Lebens-gefährtin zu seyn. Mich dünkt, wenn ich dieselben Mit-tel hätte, die Andere haben, so würde ich mir eben so