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schaft, hatte Constanze ihm so lieblich und so liebens-würdig geschienen. Ihr Wesen war jetzt ungleich sanfterund minder zurückhaltend, als es zu einer Zeit sehnmußte, in welcher sie beschlossen hatte, weder seiner Hul-digung, noch ihrem eigenen Herzen Gehör zn geben. Sowar der eigentliche Fehler in Constanzens Charakter, durchden Godolphins Stolz sich znrückgeschreckt oder sein Ge-fühl sich verletzt gefühlt hatte, jetzt gleichsam sür immerverschwunden. Ein unterwürfigerer, milderer Geist hattesich auf ihre nnübertreffbare Schönheit gesenkt, und dieIlmgestaltung war von solcher Art, daß Pcrcy dieselbeganz besonders zn schätzen wußic. Die Welt auch, fürdie sic, wie er selbst es sich hatte bekennen müssen, allzu-sehr eingenommen gewesen war, schien nichtsdestowenigerden natürlichen Seclcnadel Constanzens eher erhöht undbelebt, als ihn zn der Stufe des Gewöhnlichen hinab-gedrückt zu haben. Sprach Constanze, so war Gvdolphin,auch wenn er mit ihrenNcnßerungen nicht übereinstimmte,von ihren hohen und kühnem Ansichten entzückt. Er liebteihren Unwillen gegen alles Niedrige und Gemeine — ihreglühende Vorliebe für alles Kühne und Erhabene. Nim-mer ward das Geistige seiner Liebe zu ihr dadurch ent-kräftet, daß von Constanzens Lippen irgend eine kleinlicheoder unwürdige Aenßernng des Zornes oder des Verlan-gens kam; Vieles an ihr war irrig, Alles aber — selbstihr Jrrthum — war großartig und edelherzig. Und dieJahre, die er von ihr getrennt gewesen war, hatten ihnunr fühlen gelehrt, wie trefflich, wie selten ihr Charakter,