Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

und warnnnmchr im Stande, diesen Besitz mit demjenigenzn thcilcn, den sie da;» ansersehen niögte. Wie so natür-lich wendete bei diesem Gedanken sich ihr Herz zn Godol-tzhin zurück! »nd als sic nnn, obzwar verstohlen, in seinGesicht blickte. während er in einiger Entfernung von ihrsaß. und seinerseits ebenfalls in ihrem Antlitze nach Zei-chen der Erinncrnng an Vergangenes forschte, ward sietief gerührt von der Veränderung, die, wie gering sic An-deren anch scheinen mogte, mit ihm durch die Jahre vor-gegangen war: nnd als sie nun der Crschütiernng ge-dachte. die bei seinem Zusammentreffen mit ihr an ihmwahrgcnommc» worden war, gab sie ihr Herz ganz nndgar der Milde hin. indem sie sich selber den Flüstervorwnrfmachte: „Du bist die Ursache dieser Veränderung!" AlleGlnth — alle Inbrunst seines damals noch nicht befestig-ten GemüthS. die. als sie ihn das Letztemal sah, ansseinen Angen nnd Mienen redete, war für immer dahin.An die Stelle seiner sonst so glänzenden Unterhaltiingö-gabc und des Ernstes in seinen Mienen und Gebenden wareine ruhige, ebene nnd schwermnthsvolle Gelassenheit ge-treten. Seine Stirn zeigte Furchen des Denkens : und seinnach den Schläfen hin dünner gewordenes Haar verhehltenicht mehr durch seines Wuchses Ueppigkeit die Blässe sei-ner Stirn.

Die anfänglich zerthciltc »nd verstreute Unterhaltungward allmälig allgemeiner. Constanze nnd Gvdolphinwurden zn Theilnehmern daran gemacht.

„Es ist unmöglich." sagte Letzterer, „das Leben in