Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
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phins Bewegung dagegen war mächtiger und wenigerbezwingbar; heftiges Zittern ergriff den Stehenden; erhaschte nach Odem; das Wiedercrscheinen einer Gestorbe-nen würde ihn minder erschüttert haben.

Inmitten dieser ungeheuren Ruine — an einer Stätte,an welcher mehr denn an jeder anderen ans Erden derMensch die Unbedeutendheit eines individuellen Lebens,oder die Flüchtigkeit der Jahre fühlt, die dasselbe umfassenkann, war er plötzlich demjenigen Wesen begegnet, durchwelches sein ganzes Dasehn seine Färbung erhalten hatte.Es erinnerte ihn mit Einemmale an die große Epoche kei-nes Lebens nndm» des letzteren gänzliche Unbedeutendheit.Diese Gedanken mögen uns jedoch eher kommen, als sieihm znznfließen vcrmogtcn. Ihm war in jenem Augen-blicke das Denken ein unerträglicher Blitz, der ans ihn füreinen einzigen Moment eindrang, und ihn dann in eitelDunkelheit ließ. Er klammerte sich an, »m sich aufrechtzu erhalten. Eonstanze schien durch eine so überwälti-gende Regung gerührt und überrascht zu werden; und inder stetigen Heuchelei, ln welcher die Weiber erzogen wer-den, und durch welche sie ihre Gefühle zu verbergen unddie zn äußer» lernen, die sie nicht hegen, kam sie sich ündihm zn Hülfe.

„Seit mehreren Jahren sahen wir einander nicht,Mr. Godolphin," sagte sie gefaßt und in sanftem Tone.

„Jahre!" wiederholte Godolphin schwankend, indemer mit langsamen nnd unsicheren Schritten ihr nahetrat —„Jahre? Sie haben sie nicht gezählt."