Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
63
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ruhigem Nachdenken: und znm Erstenmal in seinem Le-ben ward er durch des Denkens Einförmigkeit nichtermüdet.

Lenkte er die Schritte heimwärts, so harrte sein diebcsorgliche Lneilla. Ihre Angen glänzten bei seinem Kom-me» : ihr Geist entriß sich allem Zwange und überließ sichganz der Freude, und Godolphin, den ihr Entzücken rührte,sehnte sich nach dem Anblicke desselben: er fühlte denMagnet des HeimathherdcS, Als jedoch der Leidenschafterste Glnth sich senkte, mnßtc er wahrnehmcn, wie Lu-cilla kaum eine Gefährtin war, Freilich besaß sie einelebhafte Phantasie und klares Fassungsvermögen: alleindurch Mangel an Erfahrung war ihren Ideen eine be-engte Grenze gesteckt, Sic besaß nichts als Liebe undein feuriges Temperament, woraus sic Unterhaltungschöpfen konnte. Diejenigen, deren Erziehung ihnenhinderlich wird Belehrung aus Sachen hcrzuleiten, bc-sincn gemeinhin das Vermögen, Belustigung von Perso-nen zu gewinnen: sie können von der lächerlichen DameWeiß und von dem abgeschmackten Herrn Schwarz plau-dern, Unsere Liebenden aber sahen keine Gesellschaft beisich, und so war ihre Unterhaltung nur durch innereHülfsmittel zu gewinnen,

Gvdvlphins Geist hatte von jeher sich zu Ideen ge-neigt, die zu verfeinert und subtil selbst für gebildete Per-sonen waren, Wenn Constanze kaum den Ton seinesCharakters gehörig anffasscn konnte, so mögen wir Wohlglauben, daß er für Lucilla vollends ein Gcheimniß war.