was ich vermag — Baker, Bruder, Geliebter: nur
nicht-" Er hielt iiinc — „nur nicht Gatte," flüsterte
sein Gewissen; seiner Zunge legte er jedoch Fesseln an.
„Ich darf also mit Dir gehen?" rief Lucilla in wil-dem Entzücken. Sie hatte keinen Gedanken, als nur diesen.
Gleichwie, wenn Gedanken an Flucht dem Irrsinnigenanfsteigen, dessen Wahn zu schwinden scheint, und wie durchBegeisterung er Mnth, Klugheit, Vorsicht und Scharf-sinn, also Fähigkeiten gewinnt, die er bei gesundem Zu-stande kaum in so hohem Grade besaß; so schien Lucilladurch den Gedanken dem Geliebten zu folgen, von einemneuen Geiste belebt worden zu scpn. Nicht ohne Grundbildete sie sich ein, daß die Hauptursache seines Zurückwei-sens ihrer Liebe beseitigt sehn würde, sobald sie ihrer Rück-kehr irgend ein Hlnderniß jener weltlichen Art, weiches,wie er fürchtete, ihr begegnen mögte, in den Weg legenkönnte. Ermuntert durch diesen Gedanken, und mehr alsjemals von ihrer Herzensneigung hingerissen, seitdem Go-dolphin ihr gleichsam Gegenliebe gestanden hatte: durchden Ton seines Brieses zum Nachcifern seines EdelmutheSangeregt, und durch des Geliebten Zärtlichkeit in ihrerSchwäche noch bestärkt, hatte sie den kühnen Schritt be-schlossen, de» sie unternahm. Ein unfern wohnenderVetturino war mittelst eines Theils des ihr durch Godvl-phin gewordenen Geldes bald gewonnen worden, sie aufjedem ihr beliebigen Wege nach Neapel zu führen, ja,sogar mit der rascheren Reiseart Godolphins gleichenSchritt zu halten. Früh am Morgen hatte sie Godolphins