Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

in Phantasie so Lebhaften, so weit solches möglich wardie Beschaffenheit seiner Kämpfe nnd seiner Selbstanf-opfernng geschildert. Nicht hatte er ihr verhehlt, wieer bis znm Augenblick ihres Geständnisses nimmer seinHerz in Bezng auf sie untersuchte; nicht hatte er ihrverschwiegen, wie durch jenes Gcständniß eine neue Reihezärtlicher Gefühle in ihm erweckt worden war, Godolphinkannte die Weiber zu genau, um nicht zu wissen, wiediese seine letztere Neußcrnng der süßeste Trost für Lu-cillens Eitelkeit sowohl als für ihr Herz sehn würde. Erversicherte ihr, daß er von ihren Verwandten die Zusiche-rung erhalten, ihr all die Freiheit zu lassen, die sie vonjeher gehabt hätte; und in den zartesten und ehrerbietig-sten Ausdrücken schloß er eine Anweisung ans eine SummeGeldes bei, die hinreichend war, die Tochter Vvlkmansin Achtung bei denen zu bringen, bei denen sic lebte, oderdurch die sie sich in den Stand gesetzt sah, sich eine andereWohnung zu wählen: obwohl er ihr rieth, zu letztererMaßregel nur im dringendsten Nvthfallc zu schreiten,„Schicke mir dagegen," schloß er seinen Brief, „eine vonDeinen Haarlocken, Ich bedarf keines ErinncrnngzeichcnsDeiner Schönheit, wohl aber eines Zeichens um desjeni-gen Herzens zu gedenken, auf dessen Neigung für michich so trauervoll stolz bin. Ich will die Locke als ein Zan-bermittcl gegen die Verderbtheit derjenigen Welt tragen,mit der Du Dir znm Glücke so unbekannt bist; als einAndenken an ein Wesen, das über alle Selbstheit hinaus-reicht: als ein Unterpfand, daß ich in diesem cigensüch-