Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

79

Phantasie, obwohl lhr Herz nichts dabei fühlte, und un-merklich gab sie sich einem Zauber hin, den sie an einemanderen Manne verachtet haben würde.

Am folgenden Tage ward Constanze, die keine Früh-anfsieheriu war, durch den schönen Vormittag verlockt,die Reviere des Gartens zu durchstreife». Sie war über-rascht, als sie hinter sich Godvlphin's Stimme hörte; siewendete sich, und der junge Mann trat zu ihr.

„Ich glaubte, Sie wären auf der Jagd?"

„Ich war auf der Jagd, und bin znrückgckchrt. Ichzog mit Tagesanbruch aus, und ging wieder heim, weilich hoffte, Sie auf Ihrem Spazierritt oder Lustgangebegleiten zu dürfen."

Lächelnd nahm Constanze das Complimcnt an, undwährend man die schnurgeraden Gänge des altmodischenund stattlich angelegten Gartens entlang schleuderte,keukte Godvlphin das Gespräch auf die Verschiedenheitender Gartenansichten, auf die Dichter, von denen dieselbenam Besten beschrieben worden sind, und auf den Unter-schied zwischen Stadt-und Land-Leben, der von Allenaus der Brüderschaft der Poeten so glühend hcrvorgeho-ben worden ist. Bei diesem Gespräche machten gewisseCharakterverschiedcnhciten dieser beiden jugendlichen Per-sonen sich auffallend bemerkbar.

„Ich gestehe Ihnen," sagte Godvlphin, „daß ich zuder Ausdauer irgend einer von Städtebewvhnern für dasLandleben geäußerten Anhänglichkeit wenig Vertrauenhege. Können wir unseren Geist einzig und allein mit den