Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

73

weltscheu und dergleichen, so war er doch vvllherzig ge-gen Jeden; nur sich selber ließ er es an Allem gebrechen.Na, der junge Squire, mein' ich, wird wohl nicht in desVaters Fußstapfcn treten."

„War Mr. Percy Godvlphin kürzlich hier?" fragteLady Erpingham.

„Er befindet sich eben jetzt im Waldhäuschen," ant-wortete die Führerin. „Erst vor zwei Tagen kam erhier an."

„Gleicht er seinem Vater?"

„Nicht doch; ist lange nicht ein so stattlicher Herr;sieht bleich aus und ist auch viel kleiner; scheint kränklichzu seyn — ja, ja, das Ausland thnt Keinem Wohl. Alser ein Knabe war, sah er recht schmuck aus; jetzt abersieht er sich nicht mehr ähnlich."

So war es also nnbczweifclt Pcrey Godolphin ge-wesen, den Constanze erblickt hatte, — der Eigner einesStammsitzes ohne Geld; eines Landgutes ohne Insassenund Pachteinkünfte — der nämliche Percy Godolphin, vondem, ehe er noch das Alter Erreicht hatte, in welchem An-dere die Schule kaum zu verlassen pflegen, bereits Alle,Einige vvrthcilhaft, die Meisten aber mit Lebhaftigkeitsprachen.

Constanze fühlte, wie in ihrem Busen eine schwan-kende Theilnahme für den jungen Man» rege ward; sieunterdrückte sie jedoch, denn sie hielt es für Sünde, mitTheilnahme an einen Jüngling zu denken, der wederwohlhabend noch einflußreich war; und als sie mit Lady