so
sich vor uns abspinnt — das Znsammcnfasscn in kurzendreistündigen Zeitraum alles dessen, wonach unserem ge-schäftigen Ehrgeiz nur verlangen kann — Liebe, Hoch-sin», Krieg, Ruhm, — die gluthmittheilende Uebertrci-bung der Empfindungen, welche der Bühne eigen ist —wie sie es uns selbst in unseren kühnsten Lcbensmomentcntst: all diese Dinge nehmen nicht vergebens unsere zar-teren Regungen in Anspruch. Unser Hang zum Ahnen,Träumen und Verzücktscyn verstärkt sich dadurch, und wirverschlucken ein geistiges Opium, das alle unsere übrigenFähigkeiten in's Stocken gcrathen läßt, so daß wir unsnur dem Idealen zugcwcndet fühlen.
Godolphin ward ganz besonders durch die Bühne ge-blendet; ihm war's Ergnicknng, sich von den Genossenwegzustehlcn, und allein und ungestört seine Seele andem unwirklichen Strome des Dascyns schwelgen zn lassen,der so schöne, so liebliche Gebilde abspiegcltc. Und o!so lange wir jung sind, so lange noch der Thautropfcnam grünen Blatte des Lenzes hängt, so lange noch glän-zendere, unternehmnngreichc Zukunft uns lächelt, so langewir noch nicht wissen, ob nicht das wirkliche Leben ebenso träumerisch und aufgeregt als das nachgeahmte scynmögtc — o! so lange ist's ein reiches, unnennbares Ent-zücken, zu sehen, zu hören, zu fühlen, wie Shakspeare'sPhantasicgebilde, wenn auch unvollkommen und nur füreine Stunde, verwirklicht werden! Liebliche Ardennen!sind wir denn in Euren „schattigen Hainen" und ansEuren „unbetretenenMatten"? Rosalind, Orlando, warst