Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
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Geschichte ist ein Roman, und die Welt, wenn sie auchdie zwischen zwei Decken non gelbem Papier gepreßtenRomane leidenschaftlich liebt, mißtraut auf eine sellsamcWeise denjenigen, welche sic in lebendiges Velin gebundensieht, und wären sic auch vergoldet, wie sie dies sein kön-nen. Das ist die Schwierigkeit, die ich Ihnen zu bezeich-nen mir erlaube, mein Herr Graf; kaum haben Sieirgend Jemand Ihre ruhrende Geschichte erzählt, so wirdsie völlig entstellt in der Weit umhcriausen. Sie werdennicht mehr ein wiedergcfundencS Kind, sondern eilt Findel-kind sein. Sie werden geuöthigt sein, die Stellung einesAntony einzunehmen und die Zeit der Antony ist ein wenigvorüber. Vielleicht wird Ihnen der Erfolg zu Theil, daßSie Neugierde erregen, doch nicht Jedermann liebt es, derMittelpunkt von Beobachtungen und die Zielscheibe vonCommciitaren zu sein. Dag dürfte Sie vielleicht etwasermüden."

Ich glaube, Sie haben Recht, mein Herr Graf,"sprach der junge Dian» unter dem unbeugsamen Blickevon Monte Christo unwillkührlich erbleichend; ist dieseine große Unannehmlichkeit."

Oh! Sic müssen sich die Sache nicht übertriebendenken," entgegncte Monte Christo;denn um eine»Fehler zu vermeiden, würde mau in eine Thorheit ver-fallen. Nein, es ist nur ein emfacher Plan des Beneh-mens fcstzustcllen, und von einem gescheiten Manne wieSie sind, läßt sich dieser Plan um so mehr annehmen,als er mit Ihren Interessen im Einklang steht: Siemüssen durch Zeugnisse und ehrenwcrthe FreundschaftenAlles bekämpfen, was Ihre Vergangenheit Dunkles habe»dürste."

Andrea verlor sichtbar seine Haltung.

Gern würde ich mich Ihnen als verantwortlich,als Bürge anbieten," sprach Monte Christo;doch eSist bei mir eine moralische Gewohnheit, stets an meinenbesten Freunde» zu zweifeln, und ein Bedürfniß, danach