„Du täuschest Dich, Herr, ich liebte meinen Vaternicht, wie ich Dich liebe, meine Liebe für Dich ist eineandere Liebe: mein Vater ist tobt und ich bin nicht tobt,während ich sterben müßte, wenn Du sterben würdest."
Der Graf reichte Hapdc die Hand mit einem Lächelnvoll tiefer Zärtlichkeit; sie drückte wie gewöhnlich ihreLippen darauf.
Und so gestimmt für die Zusammenkunft, die er mitMorrel und seiner Familie haben sollte, entfernte er sich,folgende Verse von Pindar murmelnd:
„Die Jugend ist eine Blüthe, deren Frucht dieLiebe ist. . . Glücklich der Leser, der sic pflückt,nachdem er sie langsam hat reifen sehen."
Der Wagen war seinen Befehlen gemäß bereit. Erstieg ein und die Pferde führten ihn wie immer im Ga-lopp fort.
Zehntes Kapitel.
Die Familie Morrel.
Der Graf gelangte in wenigen Minuten in die NueMcslai Nro. 7. Das Haus war weiß, lachend und vordemselben ein Hof, in welchem man zwei kleine Garten-siückc mit schönen Blumen erblickte.
In dem Concierge, der ihm die Thüre eröffnet«:, er-kannte der Graf den alten CoclcS. Da dieser aber, wieman sich erinnert, nur ein Auge hatte und dieses Augeseit nenn Jahren bedeutend geschwächt worden war, soerkannte CoclcS den Grafen nicht wieder.