Zwölftes Kapitel.
Toricologie.
Es war wirklich der Herr Graf von Monte Christo,welcher bei Frau von Wllefort in der Absicht erschien,dem Herrn Staatsanwalt seinen Besuch zurückzugeben,und es wurde wie sich leicht denken läßt, bei diesem Na-men das ganze Haus in Bewegung gesetzt.
Frau von Villefort befand sich allein im Salon, alsman den Grafen meldete, und ließ sogleich ihren Sohnkommen, damit das Kind seine Danksagungen bei MonteChristo erneuern möchte; Ediiard, der seit zwei Tagenunabläßig von dieser hohen Person hatte sprechen hören,lief eilig herbei, nicht aus Gehorsam gegen seine Mutterund ebenso wenig um dem Grafen zu danken, sondernaus Neugierde und um irgend eine Wahrnehmung zumachen, mit deren Hülfe er einen von jenen Lazzi an-bringcn könnte, welche seine Mutter stets zu der Aeuße-rung veranlaßten: „O! das böse Kind ; doch ich muß ihmverzeihen, es hat so viel Witz!"
Nach dem ersten Austausche der gewöhnliche» Höf-lichkeiten erkundigte sich der Graf nach Herrn vonVillefort.
„Mein Gatte speist beim Herrn Kanzler," antwor-tete die junge Frau; „er ist so eben wcggefahren undwird es gewiß sehr bedauern, des Glückes. Sie zu sehen,beraubt gewesen zu sein."
Zwei Besuche, welche vor dem Grafen in dem Salongewesen waren und diesen mit den Augen verschlangen,entfernten sich nach einer den billigen Rücksichten aufHöflichkeit und auf Neugierde entsprechenden Zeit.
„Ei, was macht denn Deine Schwulster Valentine!"sagte Frau von Villefort zu Eduard; „man benach-