Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
254
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LS4

Wenn das, was Sic mir zu sagen die Güte habe»,wahr ist," sprach lächelnd der Graf,so hoffe ich, daßSie so gefällig sein werde», nur etwas Näheres über Sieund Ihre Familie mitzuthcilen,"

Sehr gern, mein Herr Graf," antwortete der jungeMann mit einer Zungenfertigkeit, welche zum Beweisediente, daß er ein festes Gedächtniß besaß,Ich bin,wie Sie sagten, der Graf Andrea Cavalcanti, Sohn desMajor Bartolomeo Cavalcanti, Abkömmling der in dasgoldene Buch von Florenz eingetragenen Cavalcanti, Ob-gleich noch sehr reich, denn mein Vater besitzt eine Rentevon einer halben Million, bat unsere Familie doch vielUnglück erfahren, und ich selbst, mein Herr, bin in einemAlter von fünf bis sechs Jahren durch einen ungetreuenHofmeister geraubt worden und habe deßhalb seit fünfzehnJahren de» Urheber meiner Tage nicht gesehen. Seitdemich das Alter der Vernunft erreicht, seitdem ich frei undHerr meiner selbst bin, suche ich ihn, doch vergebens.Endlich meldet mir dieser Brief Ihres Freundes Simbad,daß er sich in Paris bcsindct, und erthetlt mir Vollmacht,mich an Sie zu wenden, um weitere Auskunft zu er-halten."

In der That, mein Herr, Alles, was Sic mir daerzählen, ist sehr interessant," sprach der Graf, der miteiner düsteren Zufriedenheit diese dreiste Miene betrachtete,welcher das Gepräge einer Schönheit, der des bösenEngels ähnlich, aufgcdrückt war,und Sie werden wohldaran thun, wenn Sie in allen Stücken der Aufforderungmeines Freundes Simbad entsprechen, denn Ihr Vater isti» der That hier und sucht Sie,"

Der Graf hatte seit seinem Eintritt in den Salonden jungen Man» nicht a»S dem Gesichte verloren; erbewunderte die Festigkeit seines Blickes und die Sicherheitseiner Stimme; doch bei de» so natürlichen Worten:

Ihr Vater ist in der That hier und suchtSie," machte der junge Andrea einen Sprung und rief: