S49
„Ach, ja!" sprach rasch der Luckeser,?
„Ich habe das erfahren," sagte Monte Christo, „sieist vor zehn Jahren gestorben."
„Und ich beweine noch ihren Tod, mein Herr," ver-setzte der Major, ein Sacktuch mit Vierecken aus seinerTasche ziehend und abwechselnd zuerst das linke, danndas rechte Auge trocknend,
„Was wollen Sie," sprach Monte Christo, „wir sindAlle sterblich. Sie begreifen, lieber Herr Cavalcanti, manbraucht in Frankreich nicht zu wissen, daß Sie seit fünf-zehn Jahren von Ihrem Sohne getrennt sind. Alle dieseGeschichten von Kinder stehlenden Zigeunern finden beiuns keinen Anklang mehr. Sie haben ihn znm Erziehenin ein Provinzcolleg geschickt, und er soll nun nach IhremWillen diese Erziehung in der Pariser Welt vollenden.Deßhalb verließen Sie Via Reggio, wo Sie seit demTode Ihrer Frau wohnen. Das wird genügen."
„Sie glauben?"
„Gewiß."
„Gut also,"
„Wenn man etwas von dieser Trennung erführe,.
„Ah! ja. Was würde ich sagen?"
„Ein ungetreuer Lehrer habe, von den Feinden IhrerFamilie erkauft , , ."
„Von den Corsinari?"
„Allerdings , . . habe dieses Kind geraubt, damitIhr Name erlbsche."
„Ganz richtig, da es der einzige Sohn ist . . ."
„Nun, da Alles festgcstellt ist, da Ihre Erinnerungen,wieder aufgefrischt, Sic nicht verrathen werden, müssenSie wohl gcahnet haben, daß Ihnen eine Ncberraschungbevorsteht."
„Eine angenehme?" fragte der Luckcscr,
„Ah! ich sehe wohl, daß man ebenso wenig dasAuge, als das Herz eines Vaters täuscht."
„Hm!" machte der Major.