„Keines WegS, es ist ein würdiger, sehr höflicher,sehr bescheidener, sehr diScreter Herr, wie es in Italieneine Menge gibt. Ich habe ihn wiederholt in Floren;,in Bologna, in Lncca gesehen, und er benachrichtigte michvon seiner Ankunft. Die Reisebekanntschaften find an-spruchsvoll: sie verlangen überall von nnS die Freund-schaft, die wir ihnen zufällig einmal erzeigt haben, alshätte nicht der civilisirte Mensch, der eine Stunde mitgleichviel wem zu leben weiß, stets seinen Hintergedanken!Dieser gute Major Cavalcanti besucht Paris wieder, daser nur einmal im Vorübergchen unter der Kaiserherr-schaft gesehen hat, als er sich in Moskau einfricren zulassen im Begriffe war. Ich gebe ihnen ein gutes Mit-tagsmahl, er läßt mir seinen Sohn hier, ich versprecheihm denselben zu überwachen, ich lasse ihn alle Thor-hellen begehen, die es ihm zu machen belieben wird, undWir sind quitt."
„Vortrefflich! rief Albert, „ich sehe, Sie sind ei»kostbarer Mentor. Gott befohlen, bis Sonntag sindwir zurück. Doch, ich habe Nachricht von Franz er-halten."
„Ah! wirklich? gefällt er sich immer noch in Ita-lien."
„Ich denke ja; er bedauert indessen, daß Sie nichtmehr dort sind, denn er sagt, Sie seien die Sonne vonRom, und ohne Sie herrsche dort trübes Wetter; ichweiß nicht, ob er nicht sogar behauptet, es regne dort."
„Er ist also von seiner Ansicht über mich zurück-gekommen?"
„Im Gegenihcll, er beharrt darauf, Sie für phan-tastisch im höchsten Grade zu halten; darum bedauert erIhre Abwesenheit."
„Ein liebenswürdiger junger Mann," versetzteMonte Christo; „ich fühlte für ihn eine lebhafte Sym-pathie schon am ersten Abend, als ich ihn irgend einNachtmahl suchen sah, und er das meinige anznnchmen