Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
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Willefort ist zu ernst und zu streng, um sehr zärtlich ge-gen seine Tochter zu sei»; aber sie hat wenigstens dasGlück, in Frau von Mllesort eine zweite Mutter zu fin-den. Die Welt täuscht sich, mein Vater verläßt mich inVölliger Gleichgültigkeit, meine Stiefmutter haßt mich mitum so furchtbarer Erbitterung, als diese durch ein ewigesLächeln verschleiert wird."

Sie hassen! Sie, Valentine! Und wie kann manSic hassen?"

Ach; mein Freund, ich muß gestehen, daß dieserHaß gegen mich von einem beinahe natürlichen Gefühleherrührt. Sie betet ihren Sohn, mein Bruder Edu-ard an."

Nun?"

Es kommt mir zwar sonderbar vor, daß ich eineGeldfrage in unser Gespräch mischen soll, aber ichglaube, mein Freund, daß ihr Haß von dieser Seitehcrrührt. Da sie kein eigenes Vermögen hat, da ich !

bereits durch die Erbschaft meiner Mutter reich bin undsich dieses Vermögen noch durch das, welches mir einesTages von Herrn und Frau von Saint-Meran zukom-meu muß, mehr als verdoppeln wird, so glaube ich,daß sic neidisch ist. Oh, mein Gott! wenn ich

ihr die Hälfte von diesem Vermögen geben und mich dannbei Herrn von Mllesort wie eine Tochter in dem Hauseihres Vaters befinden könnte, so würde ich cs auf derStelle thuu."

Arme Valentine!"

Ja, ich fühle mich gekettet, und fühle mich zugleichso schwach, daß mir vorkommt, als stützten michdiese Fesseln, daß ich sic zu zerbrechen bange habe.Ucberdies ist mein Vater nicht der Mann, dessen Be-fehle man ungestraft übertreten dürfte; er ist mächtiggegen mich, er wäre mächtig gegen Sie, er wäre so-gar mächtig gegen den König, beschützt durch eine vor- ^wnrfsfreic Vergangenheit und eine beinahe unangreif- !bare Stellung. Oh! Maximilian, ich schwöre Ihnen,