Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
173
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züchligcn VcnuS. Was haben Sie mir im Austauschfür diese Ergebenheit, für diesen Gehorsam, für dieseZurückhaltung versprechen? nichts; was haben Sie mirbewilligt? sehr wenig. Sie erwähnen gegen mich desHerrn d'Gpinay als Ihres Verlobten, und seufzen beidem Gedanken, eines Tages ihm zu gehören. SprechenSic, Valentine, ist das Alles, was Sie in Ihren, Ge-müthe tragen? Wie! ich verpfände Ihnen mein Leben,ich gebe Ihnen meine Seele, ich widme Ihnen auch denunbedeutendsten Schlag meines Herzens, und während ichganz Ihnen gehöre, während ich mir ganz leise sage, daßich sterben werde, wenn ich Sie verliere, erschrecken Sienicht schon bei dem Gedanken allein, eines Andern Gattinzu sein. O Valentine! Valentine! Wenn ich wäre,was Sie sind, wenn ich mich geliebt fühlte, wie Sic sichmit Sicherheit geliebt fühlen müssen, so hätte ich schonhundertmal meine Hand zwischen den Stangen dieses Git-ters durchgebotcn, die Hand deS-armen Maximilians ge-drückt und ihm gesagt:Dir, Dir allein, Maximilian,

in dieser und in der andern Welt.""

Valentine antwortete nicht, aber der junge Mannhörte sic seufzen und weinen.

Die Gegenwirkung trat rasch bei Maximilian ein.

O Valentine, Valentine!" rief er,vergessen Siemeine Worte, wenn in denselben etwas liegt, was Sic be-leidigen könnte!"

Nein," sprach sic,Sic haben Recht; aber sehenSie nicht, daß ich ein armes, in einem beinahe fremdenHanse verlassenes Geschöpf bin, denn »rein Vater istmir wirklich beinahe fremd und mein Wille wird seitzehn Jahren, Tag für Tag, Minute für Minute durchden eisernen Willen von Gebietern gebrochen, welche un-endlich schwer auf mir lasten. Niemand sicht, was ichleide, und ich habe auch außer Ihnen Niemand ge-sagt. Scheinbar und in den Augen der Welt ist mirAlles gut, ist Alles liebevoll gegen mich, in Wirklichkeitaber ist mir Alles feindselig. Die Welt sagt: Herr von