Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

finden werden. Ich habe ihn vor zwei oder drei Jahrenin Palermo verlassen; er reiste damals nach den fabel-haftesten Ländern und ich zweifle sehr an seiner Rück-kehr."

Ah! mein Herr, Sie sind grausam," rief Julie vollSchrecken.

Und es entstürzten Thränen den Augen der jungenFrau.

Madame," sprach mit ernstem Tone Monte Christo,während er mit seine» Blicken die zwei flüssigen Perlenverschlang, welche über die Wangen von Julie hcrabroll-tcn,wenn Lord Wilmore gesehen hätte, was ich hiersehe, so würde er das Leben noch lieben, denn die Thrä-nen, die Sie vergießen, müßten ihn mit dem Menschenge-schlechte aussöhnen."

Und er reichte Julie die Hand und diese gab ihmdie ihrige, hingczogen, wie sie sich fühlte, durch den Blickund den Ton des Grafen.

Doch dieser Lord Wilmore," sprach sie, sich an eineletzte Hoffnung anklammcrnd,er hatte Wohl ein Vater-land, Verwandte, c-ine Familie, er war bekannt? Könntenwir nicht? . . ."

Oh! suchen Sie nicht, Madame, bauen Sie keineChimären ans das Wort, das mir entschlüpft ist. Nein,Lord Wilmore ist wahrscheinlich nicht der Mann, den Siesuchen, er war mein Freund, ich kannte seine Geheimnisse,er hätte mir auch dieses mitgctheilt."

Und er sagte Ihnen nichts davon?" rief Julie.

Nichts."

Nicht ein Wort, das Sie auf die Bermuthung brin-gen könnte? . . ."

Nie."

Sie nannten ihn aber doch sogleich?"

Sie wissen, bei solchen Fällen stellt man Muth-maßungen auf."

Meine Schwester," sagte Maximilian, MonteChristo zu Hülfe kommend,der Herr Graf hat Recht.