Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
150
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Das Mädchen schlug seine großen, feuchten Augenzu dem Grafe» auf und erwtcderte:

Oder ob wir nach dem Orient zurüekkehrcn, willstDu sagen, nicht wahr, Herr?"

Ja, meine Tochter, Du weißt Wohl, daß ich Dichnie verlassen werde. Es ist nicht der Baum, der dieBlüthe verläßt, sondern die Blüthc, die sich vom Baumetrennt."

Ich werde Dich auch nicht verlassen, Herr, dennich weiß, daß ich ohne Dich nicht leben könnte."

Armes Kind! in zehn Jahren bin ich alt, und inzehn Jahren bist Du noch ganz jung."

Mein Bater hatte einen langen, weißen Bart; dashinderte mich nicht, ihn zu lieben; mein Later zähltesechzig Jahre und er kam mir schöner vor, als alle jungeLeute, welche ich sah."

Doch sage mir, glaubst Du, daß Du Dich hierangcwöhnen wirst?"

Werde ich Dich sehen?"

Jeden Tag."

Nun! warum fragst Du mich dann, Herr?"

Ich befürchte, Du langweilst Dich."

'Nein, Herr, denn am Morgen denke ich, daß Dukommen wirst, und am Abend erinnere ich mich, daß Dugekommen bist; überdies habe ich, wenn ich allein bin,noch andere große Erinnerungen, ich erblicke wieder un-geheure Gemälde, große Horizonte mit dem Pindus unddem Olymp in der Ferne; dann habe ich im Herzendrei Gefühle, mit denen man sich nie langweilt: dieTraurigkeit, die Liebe und die Dankbarkeit."

Du bist eine würdige Tochter des EpiruS, Hahdc,Du Anmuthige, Du Poetische, und man sicht, daß Duvon der in Deinen: Lande geborenen Familie von Göt-tinnen abstammst. Sei also unbesorgt, meine Tochter,ich werde eS so machen, daß Deine Schönheit nichtverloren geht, denn wenn Du mich wie Deinen Vaterliebst, so liebe ich Dich wie mein Kind."