Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
149
Einzelbild herunterladen
 

149

Wohl! was brauche ich mit Anderen zu sprechen?Mein Vater nannte mich seine Freude, Du nennstmich Deine Liebe, und Ihr Beide nennt mich EuerKind."

Du erinnerst Dich Deines Vaters, Haydc?"

Das junge Mädchen lächelte.

Er ist da und dasprach die Griechin, ihre Handauf ihre Augen und ans ihr Herz legend.

Und ich, wo bin ich?" fragte lächelnd MonteChristo.

Du," erwiederte sic,Du bist überall."

Monte Christo nahm die Hand von Haydc, um siezu küssen, aber daö naive Kind entzog ihm seine Handund bot ihm die Stirne dar.

Nun weißt Du, Hayde," sprach der Graf,daßDu frei, daß Du Gebieterin, daß Du Königin bist; Dukannst Deine Tracht beinhalten oder nach Deiner Launeaufgebcn. Du bleibst hier, wenn Du bleiben willst, Dufährst aus, wenn Du auSfahren willst; es wird stets einWagen für Dich angespannt sein, Ali und Myrtho be-gleiten Dich überallhin und sind zu Deinem Befehl; nurbitte ich Dich um eines."

Sprich."

Bewahre das Gehcimniß Deiner Geburt, sage keinWort über Deine Vergangenheit, nenne bei keiner Veran-lassung den Namen Deines erhabenen Vaters oder denDeiner armen Mutter."

Herr, ich habe Dir bereits gesagt, daß ich Nie-mand sehen werde."

Höre mich, Hayde: diese orientalische Abgeschlos-senheit wird Dir in Paris vielleicht unmöglich werden,fahre fort, das Leben in unfern nördlichen Ländern ken-nen zu lernen, wie Du dies in Nom, in Florenz, tnMailand und in Madrid gethan hast; dies wird Dir im-merhin nützlich sein, magst Du nun beständig hier lebenoder nach dem Orient zurückkehren."