hat, einen Mann, der sich für einen der Abgesandten,nicht Gottes, sondern des höchsten Wesens, nicht der Vor-sehung, sondern des Verhängnistcs hielt; nun mein Herr,das Zerspringen eines Blutgefässes in einem Gehirnlap-pen hat dies Alles zerstört, nnd zwar nicht an einemTage, nicht in einer Stunde, sondern in einer Sekunde.Herr Noirtier, gestern noch ein ehemaliger Jacobiner, einehemaliger Senator, ein ehemaliger Carbonaro, lachendüber die Guillotine, lachend über die Kanone, lachendüber den Dolch, Herr Noirtier, der mit Nedolntioncnspielte, Herr Noirtier, der Frankreich nur noch als eingroßes Schachbrett betrachtete, von dem Bauern, Thürme,Ritter und Königin verschwinden mußten, weil der Königmatt war, Herr von Noirtier, der so furchtbare und so! gefürchtete, war am andern Tage nur der arme HerrNoirtier, ein unbeweglicher Greis, dem Willen desschwächsten Wesens vom ganzen Hause, seiner Enkelin>. Walentine, anheimgcgcbcn; ein stummer, erkalteter Körper,
' der nur noch ohne Freuden und, ich hoffe, auch ohne Lei-
den lebt, um der Materie Zeit zu lassen, ohne einenäußern Anstoß zur völligen Auslösung zu gelangen."
„Ah! dieses Schauspiel ist weder meinen Augen,noch meinem Geiste fremd," entgegncte Monte Christo,„ich bin ein wenig Arzt und habe, wie meine College»,
! wiederholt die Seele in der lebendigen oder in der todtcn
! Materie gesucht, und sie ist, wie die Vorsehung, obgleich
^ nicincm Herzen gegenwärtig, doch für. meine Augen un-
sichtbar geblieben. Hundert Schriftsteller haben seit So-krates, seit Scncca, seit dem heiligen Augustin, seit Gaildie Vergleichung gemacht, welche Sie machten, aber* dennoch begreife ich, daß die Leiden eines VatcrS großeVeränderungen in dem Geiste eines Sohnes hervorbringcnl können. Da Sie mich dazu auffordcrn, mein Herr, so
werde ich zum Nutzen meiner Dcmuth dieses furcht-bare Schauspiel betrachte», das Ihr Haus sehr betrübenmuß."