„Es wäre dies ohne Zweifel der Fall, hätte mir I
Gott nicht eine reiche Entschädigung gegeben. Dem sich .
nach dem Grabe schleppenden Greise gegenüber stehen ,
zwei Kinder, welche in das Leben cintraten: Valentine,
eine Tochter ans meiner ersten Ehe mit Fräulein Neustevon Saint-Meran, und Eduard, der Schn, dem Sie dasLeben gerettet haben."
„Und was schließen Sie aus dieser Entschädigung,mein Herr?" fragte Monte Christo.
„Ich schließe daraus, daß mein Vater, durch die
Leidenschaften irre geführt, eines von jenen Versehen be- i
gangen hat, welche der menschlichen Gerechtigkeit entgehen,aber von der Gerechtigkeit Gottes wahrgenommen wer- !
den! . . . und daß Gott, der nur eine Person treffenwollte, auch nur eine geschlagen hat." ^
Ein Lächeln auf den Lippen, stieß Monte Christoin der Tiefe seines Herzens ein Gebrülle ans, daö Villc-fort in die Flucht getrieben haben würde, wenn MllefortcS hätte hören können!
„Leben Sie wohl, mein Herr," sagte Mllefort, wel-cher schon seit einiger Zeit anfgcstandcn war und stehendsprach; „indem ich Sie verlasse, trage ich ein Andenkender Hochachtung mit mir fort, das Ihnen hoffentlich an-genehm sein wird, wenn Sie mich näher kennen, denn ichbin nichts weniger, als ein Mensch vom AlltagSschlagc.UcbcrdieS haben Sie sich Frau von Mllefort für ewigeZeit zur Freundin gemacht."
Der Graf verbeugte sich und begleitete Herrn vonMllefort nur bis an die Thüre seines Cabincts; der >
Staatsanwalt kehrte zu seinem Wagen zurück, wobei zwei I
Lackcien voraus eilten, welche ihm auf den Wink ihresHerrn den Schlag öffneten.
Als Mllefort verschwunden war, sprach Monte Christo,mit aller Anstrengung einen Seufzer ans seiner gepreßtenBrust ausstoßcnd:
„Auf, auf, genug des Giftes, und nun, da mein >
Herz voll davon ist, wollen wir daö Gegengift suchen." !