Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
133
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einer Pflicht nachznkommen, deren Erfüllung mich aller-dings ehrt, denn ich weiß, daß Herr von Villefort nichtverschwenderisch mit der Gunst ist, die er mir erzeigt,welche jedoch, so kostbar sie auch sein mag, für mich nichtden Werth der inneren Befriedigung hat."

Erstaunt über diesen Ausfall, auf den er durchausnicht gefaßt war, bebte Villefort wie ein Soldat, derden Schlag fühlt, welchen inan ihm versetzt, obgleichihn eine eherne Rüstung bedeckt, und ein verächtlichesZucken seiner Lippe deutete an, daß er de» Grafen vonMonte Christo nicht für einen sehr artigen Edelmannhielt.

Er schaute umher, um an irgend einen Gegenstanddas Gespräch anzuknüpfen, das gefallen war und beiseinem Falle sich zerbrochen zu haben schien.

Er sah die Karte, welche Monte Christo im Augen-blick seines Eintrittes betrachtet hatte und sprach:

Sie beschäftige» sich mit Geographie, mein Herr.DaS ist ein reiches Studium für Sie besonders, der Sie,wie man mich versichert, so viele Länder gesehen haben,als in diesem Atlas sich gezeichnet finden."

Ja, mein Herr," antwortete der Graf,ich wolltean dem Menschengeschlechtc in Masse genommen dasmachen, was Sie täglich an Ausnahmen treiben, näm-lich ein physiologisches Studium. Ich dachte, es wäremir dann leichter, vom Ganzen auf den Theil herab,als vom Thcile zu dem Ganzen hinaufzusteigcn. Einalgebraisches Arium verlangt, daß man vom Bekanntenzum Unbekannten, und nicht vom Unbekannten zum Be-kannten fortschreite.. . Aber setzen Sie sich doch, meinHerr, ich bitte Sie."

Monte Christo bezeichnete dem Staatsanwalt einFauteuil, das dieser selbst vorzurücken sich die Mühenehmen mußte, während sich der Graf nur in demjeni-gen niedcrlafsen durfte, worauf er bei dem Eintrittedes Staatsanwaltes gekniet hatte. Auf diese Art fandsich der Graf halb seinem Besuche zugewendet; mit dem