Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
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Streifen eines rothcn BandcS unterbrochen, der »»merklichdurch sein Knopfloch ging und eine mit dem Pinsel ge-zogene Blntlinie zu sein schien.

So sehr Monte Christo seiner Herr war, so prüfteer doch mit sichtbarer Neugierde, seine Begrüßung cr-wledernd, den Beamten, welcher, ans Gewohnheit miß-trauisch und besonders ln sehr geringem Grade gläubigin Beziehung ans gesellschaftliche Wunder, mehr geneigtwar, in dem edel» Fremden, so nannte man bereits MonteChristo, einen zur Ausbeutung eines neuen Theaters nachParis gekommenen Jndnstrieritter oder einen bannbrüchigcnMlsscthäter, als einen Fürsten deS heiligen Stuhles odereinen Sultan ans Tausend und eine Nacht zu er-blicken.

Mein Herr," sprach Villcfort mit dem kreischendenTone, welchen öffentliche Beamte bei ihren rednerischenPerioden anznnchmcn pflege», und den dem sie sich auchim Gespräch nicht loSmachcn können oder wollen,meinHerr, der ausgezeichnete Dienst, den Sie gestern meinerFrau und meinem Sohne geleistet haben, macht cS mirzur Pflicht, Ihnen zu danken. Ich komme daher, ummich dieser Pflicht zu entledigen und Ihnen meine ganzeErkenntlichkeit anszudrücken."

Während der Staatsbeamte sprach, verlor seinstrenges Auge nichts von seiner gewöhnlichen Anmaßung.Er artikulirtc seine Worte mit seiner StaatSanwaltS-Stimme, mit jener unbicgsamcn Steifheit von Hals undSchultern, welche, wir müssen cS wiederholen, seineSchmeichler zu dem Aussprache veranlaßte, er wäre dielebendige Bildsäule des Gesetzes.

Mein Herr," crwicdcrte der Graf ebenfalls miteiner eisigen Kälte,ich fühle mich sehr glücklich, daßich im Stande gewesen bin, einen Sohn seiner Mutterzu erhalten, denn man sagt, das Gefühl der Mütter-lichkeit sei das mächtigste von allen, wie cS auch dasheiligste von allen ist, und das Glück, welches mirbegegnet, mein Herr, überhob Sie der Verbindlichkeit,