Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

127

aufregung vorüber, so schrieb sie folgendes Villet an Ma-dame Danglarö:

Liebe Herminie,"

Ich bin ans eine wunderbare Weise mit meinemSohne durch denselben Grafen von Monte Christo ge-rettet worden, von dem wir uns gestern Abend unterhieltenund den ich heute zu sehen entfernt nicht vcrmuthcte. Siesprachen gestern von ihm mit einer Begeisterung, welchemit aller Gewalt meines armen kleinen Witzes zu ver-spotten ich mich nicht enthalten konnte. Heute aberfinde ich, daß diese Begeisterung unter dem Manne steht,der sie ein geflößt hat. Beim Nanelagh wurden IhrePferde wie wüthcnd und rissen den Wagen mit so un-widerstehlicher Gewalt fort, daß mein armer Eduardund ich ohne Zweifel an dem ersten Baume der Land-straße oder an dem ersten Wcichsteine des Dorfes dieHirnschale zerschmettert hätten, als ein Araber, ein Ne-ger, ein Studier, kurz ein schwarzer Mensch im Dienstedes Grafen, ich glaube auf ein Zeichen des lctztern, diePferde im Laufe aufhiclt, ans die Gefahr, selbst inStücke zerrissen zu werden, und eS ist ein Wunder,daß dies nicht wirklich der Fall war. Da eilte der Grafherbei, trug Eduard und mich in seine Wohnung, undrief hier meinen Sohn wieder in's Leben. Ich wurde inseinem Wagen nach Hause geführt; den Ihrigen wird manIhnen morgen zuschickcn. Sic werden Ihre Pferde seitdiesem Vorfälle sehr geschwächt finden; sie sind wie ver-blüfft, eS ist als könnten sie sich selbst nicht vergeben, daßsic sich von einem Menschen haben bändigen lassen. DerGraf beauftragt mich, Ihnen zu sagen, zwei Tage Ruheauf der Streu und als einziges Futter Gerste werden siewieder in einen ebenso blühende» Zustand versetzen, dasheißt, wieder so furchtbar machen, als sie gestern ge-wesen sind.

Adieu! ich danke Ihnen nicht für meine Spazier-fahrt, und wenn ich es mir überlege, ist cs dennochunbillig, daß ich Ihnen wegen der Launen Ihres