ihre gekrümmte Hand nach ihm ausstrecken und seineStirne berühren.
„Cadcrousse bebte. ,Eö kam ihm vor, als bewegteseine Frau ihre Lippen; aber mag es nun sein, daßsie ganz leise sprach, oder waren meine Sinne bereitsdurch den Schlaf betänbt, der Schall ihrer Worte ge-langte nicht bis zu mir. Ich sah sogar nur noch durcheine» Nebel »nd in dem zweifelhaften Zustande, dem Vor-läufer des Schlafes, in welchem man einen Traum zubeginnen glaubt. Endlich schlossen sich meine Augen, undich verlor das Bewußtsein.
„Ich lag im tiefsten Schlafe, als ich durch einenPistolenschuß erweckt wurde, auf den ein furchtbarer Schreifolgte. Es erschollen ein paar wankende Tritte auf demBoden, der Stube, nnd eine träge Masse stürzte auf dieTreppe, gerade über meinem Haupte, nieder.
„Ich war noch nicht ganz meiner Herr. Ich ver-nahm Seufzer und dann halb erstickte Schreie, wie esgewöhnlich bei einem Kampfe vorkommt.
„Ein letzter Schrei, welcher länger anhielt, als dieandern, und sich endlich in ein Stöhnen verwandelte, ent-riß mich völlig meiner Lethargie.
„Ich erhob mich auf einen Arm, öffnete die Augen,welche in der Finsterniß nichts sahen, und fuhr mit derHand nach der Stirne, auf die, wie es mir vorkam, durchdie Bretter der Treppe ein lauer Regen stoß.
„Das tiefste Stillschweigen war auf den furchtbarenLärmen gefolgt. Ich hörte die Tritte eines Menschenüber meinem Kopfe; sie machten die Treppe krachen; die-ser Mensch stieg in die untere Stube herab, näherte sichdem Kamin und zündete eine Kerze an.
„Ich erkannte Caderouffe, sein Gesicht war bleichund sein Hemd ganz mit Blut überzogen.
„Als das Licht angczündet war, stieg er wieder dieTreppe hinauf, und ich hörte von Neuem seine raschen,unruhigen Tritte.
„Einen Augenblick nachher kam er abermals herab;