Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

ist dennoch wahr, drei oder viermal äußerte er,und gewiß ohne Vorbedacht:Zn jener Zeit war ich

fünf Jahre, damals war ich zehn Jahre, zu dieser Epochewar ich zwölf Jahre alt."" Meine Neugierde bewachtediese Einzclnhciten, ich stellte die Data zusammen, undnie fand ich einen Widerspruch bei ihm. Das Alter die-ses seltsamen Mannes, der eigentlich kein Alter hat, istalso nach meiner festen Uebcrzengung fünf und dreißigJahre. Erinnern Sie sich überdies, meine Mutter, wielebhaft sein Auge ist, wie seine Haare schwarz sind,und wie seine Stirne, obgleich bleich, völlig vor Runzelnfrei ist; er besitzt nicht nur eine kräftige, sondern aucheine noch junge Natur."

Die Gräsin senkte das Haupt unter einer zu schwe-ren Woge bitterer Gedanken.

lind dieser Mann hat eine Freundschaft für Dick-gefaßt, Albert?" fragte sie mit einem Nervcnzittern.

Ich glaube cs."

Und Du liebst ihn ebenfalls?"

Er gefällt mir, meine Mutter, was auch Franzd'Epinay sagen mag, der ihn als einen ans der andernWelt zurückkommenden Menschen betrachtet wissen wollte."

Die Gräfin machte eine Bewegung des Schreckensund sprach mit bebender Stimme:

Albert, stets war ich bemüht, die Behutsamkeitgegen neue Bekanntschaften zu empfehlen. Nun bist Duein Mann und könntest mir Nathschläge geben, dennochwiederhole ich Dir: sei klug, Albert."

Meine liebe Mutter, wenn mir dieser Rath Nutzenbringen sollte, so müßte ich zum Voraus wissen, gegenwas ich mein Mißtrauen zu richten hätte. Der Grafspielt nie, der Graf trinkt nur durch einen Tropfenspanischen Wein vergoldetes Wasser, der Graf hat sichals so reich angckündigt, daß er, ohne sich in das Gesichtlachen zu lassen, kein Geld von mir entlehnen könnte:was soll ich also von ihm befürchten?"

Du hast Recht, meine.Furcht ist thöricht, beson-