Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
Seite
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Was für ein Name ist Monte Christo?" fragte dieGräfin, nachdem sich der Diener mit der letzten Blumrn-vasc entfernt hatte.Ist es ein Familienname, der Namevon einem Gute oder ein einfacher Titel?"

Ich glaube, es ist nur ein Titel, meine Mutter.Der Graf hat eine Insel im toScanischen Archipel gekauftnnd, wie er selbst diesen Morgen sagte, eine Comthureigegründet. Sie wissen, daß man das so bei dem Sauet-Stephans-Orden in Florenz, bet dem ConstantinischcnSt. Georgen-Orden in Parma und sogar beim MalteserOrden macht. llcbrigenS bildet er sich nichts auf denAdel ein und nennt sich einen Zufallsgrafen, obgleich inRom allgemein die Ansicht herrscht, der Graf sei ein sehrvornehmer Herr."

Seine Manieren sind ausgezeichnet," sagte die Gräfin,wenigstens nach dem, was ich während der wenige»Augenblicke, die er hier geblieben ist, benrtheilen konnte."

Oh! sie sind ganz vollkommen, meine Mutter, sovollkommen, daß sie bei Weitem Alles übersteigen, wasich Aristokratisches bei den drei stolzesten Adeln Europas,nämlich bei dem englischen Adel, bei dem spanischen Adelund bei dem deutschen Adel kennen gelernt habe."

Die Gräfin dachte einen Augenblick nach und fuhrdann nach diesem kurzen Zögern fort:

Mein lieber Albert ... Du begreifst, es ist eineMutterfrage, die ich an Dich richte ... Du hast Herrnvon Monte Christo in seinen» Hause, in seinem Innerngesehen, Du bist mit der Welt vertraut und besitzest mehrTakt, als man in Deinem Alter zu haben pflegt: glaubstDu, daß der Graf wirklich ist, waö er zu sein scheint?"

Und was scheint er zu sein?"

Du sagtest cs so eben, ein vornehmer Herr."

Ich sagte Ihnen, man halte Ihn dafür."

Und was denkst Du davon, Albert?"

Ich muß gestehen, ich habe keine bestimmte, abge-schlossene Ansicht über ihn; ich halte ihn für eine»Malteser."