II. 2.
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Man wird sich entwöhnen müssen, jede selbständige Arbeiter-bewegung lediglich auf die schlechten Leidenschaften, auf Bos-heit, Hass und Neid zurückzuführen; in Aachen wurzelt sie inder jammervollen socialen und wirtschaftlichen Lage derMassen und in ihrem Misstrauen gegen die besitzenden Klassen.Ist dasselbe ganz ungerechtfertigt? Haben die letzteren ihrePflicht gegenüber den Arbeitern immer gethan? Einzig diejüngere Geistlichkeit bemüht sich nach Kräften, aber auch siesteht ratldos dem grossen Problem der socialen Frage gegen-über und weiss noch nicht recht Hand anzulegen. DerFabrikantenstand aber und die übrige höhere Bourgeoisie habenwenig gethan; sie kennen nicht die Ehrenpflicht, ihren Besitzund Bildung in den Dienst der niedern Klassen zu stellen.Es klingt wie Ironie, dass in dem katholischen Aachen diegrossartigen Stiftungen der Aachen-Münchener Feuerversiche-rung, vor allem der segensreiche Verein zur Beförderung derArbeitsamkeit mit seinen Prämien-, Spar- und Pensionskassenund Kinderbewahranstalten die geniale Gründung des Libera-len Hansemann sind und auch heute noch von Liberalengeleitet werden. Ich greife nicht die gesammte Centrumsparteian, aber die Geschichte wird scharf unterscheiden zwischender katholischen Volkspartei in der Crefeld-Gladbacher Gegendund der Konstantia, der ultramontanen Bourgeoispartei inAachen, — über diese wird sie' ihr Schuldig sprechen müssen.Die Beurtheilung von politischen Parteien wie der Menschenhat den gleichen Massstab : Nicht die Rechte, welche ein Menschausübt, sondern die Pflichten, welche er sieh selbst auferlegt,verleihen ihm den Werth!