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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

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selbe bei ihnen 1213, im Sommer sogar 1415 Stunden be-trage; hierdurch verfalle der Arbeiter in eine schläfrigeArbeitsgewöhnung, da er die zu starke Inanspruchnahmeseiner physischen Kraft durch geringere Anstrengung auszu-gleichen suche, namentlich werde das Arbeitstempo der langensommerlichen Arbeitszeit noch lange im Winter beibelndten.Um durch eine richtige Bemessung der Arbeitszeit die Leistungauf die Dauer zu erhöhen, bildete sich im Jahre 1867 einVerein, dessen wesentlichster Zweck war, die Arbeitszeit zu-nächst auf 12 Stunden täglich zu bringen und die missbräuch-lichen Ueberstunden zur besseren Ausbeutung von zeitweiseeintretenden günstigen Konjunkturen zu beseitigen. Im Sep-tember 1869 lief die erste Verabredung ab, und diesmal fandsie nicht so ganz zahlreiche Zustimmung wie das erste Mal,da einzelne Industrielle die eine oder die andere Vorschrift zuunbequem für den Betrieb hielten, und sich deshalb, obgleichmit dem Princip einverstanden, nicht ferner bindend verpflichtenwollten. In diese Zeit fiel nämlich ein erneuter Aufschwungder Industrie, der ganze Missbrauch mit der fünfzehnstündigenArbeit lebte wieder auf und dauerte bis zur jüngsten Krisis,ja in einzelnen Fabriken selbst während derselben.

Die Weber gehen auf den Gedanken der Beschränkung derArbeitszeit weit bereitwilliger ein als die Spinner. Bei diesenhängt die Produktivität der Arbeit in weit grösserem Massevon dem ununterbrochenen Gange der Maschine als von derAufmerksamkeit der Arbeiter ab. Eine durch Verkürzung derArbeitszeit gesteigerte Aufmerksamkeit und Flinkheit der Ar-beiter vermochte daher wohl in der Weberei, weniger aber inder Spinnerei den Ansfall zu ersetzen. Ferner erklären dieSpinner, dass bald grobe, bald feine Garne gefordert würden;da sie über eine genügende Anzahl von Maschinen noch nichtdisponirten, um alle Bestellungen zu gleicher Zeit auszuführen,so müssten sie die Nacht zu Hülfe nehmen und billige Kinder-arbeit anwenden. Die Pausen wären in Spinnereien undurch-führbar, weil dann sämmtliche Maschinen stillgesetzt werdenmüssten, in der Weberei arbeite ein jeder unabhängig vomandern und die Kinder könnten ohne eine Störung zu ver-ursachen, den Arbeitsraum verlassen.

Das Resultat der langen Arbeitszeit ist denn auch heutenoch im Gladbacher und Aachener Textilbezirke eine furcht-bare Ueberarbeitung der Kinder, nicht nur derjenigen über14, sondern auch der unter 14 Jahren. Und dann klagen dieFabrikanten noch, dass die Kinder spät Abends sich auf derGasse umhertreiben, statt ruhig sich zu Bett zu legen, umMorgens früh frisch und munter an der Arbeit zu sein. Alsob bei vierzehn-, oft sechszehnstündigem Aufenthalte in Fa-briken (von 6 bis 10 Uhr) die Frische bewahrt bleiben könnte!Zahllose Kinder haben danach gar keine Kraft mehr, sich ein